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Hans Fähnle. Ohne Titel (Mann Kind Frau), um 1950. Sammlung Galerie Fähnle. Foto Dr. Barbara Lorenzer Überlingen

        

 

 Der Förderverein Galerie Fähnle e.V. lädt ein:

 

 Dr. Ulrike Niederhofer führt durch die Ausstellung

 

   ICH, FÄHNLE  Selbst-Inszenierungen

 

 Sonntag 19. Juni 2016 | 14:00 Uhr

 

 Galerie Fähnle | Überlingen | Goldbacher Str. 70

  Die Galerie ist von 14:00 bis 17:00 geöffnet

 

19. Juni 2016 | 14:00 Uhr | Kuratorenführung mit Dr. Ulrike Niederhofer > zum Ausdrucken bitte herunterladen.
19. Juni 2016. Kuratorenführung Dr. Ulri[...]
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Das vollständige Programm der Sommerausstellung finden Sie unter TERMINE.

Der Bericht über die Vernissage von Erwin Niederer im SÜDKURIER

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

… was z.B. die Malerei anbelangt, Du kannst

ermessen, was es heißt, wenn ich Dir gestehe,

ich weiß nicht das Was und das Wie.

Ich weiß nur, daß es sich um keinen Impressionismus

und keinen Expressionismus und um keine neutrale

oder objektive Schönheit von Farbe und Form dreht,

es dreht sich einzig darum, unsere Situation

sichtbar zu machen und der Schwerpunkt liegt wohl

im Menschlichen und nicht im Artistischen…

 

Brief vom 19. Mai 1937 an seinen Bruder Ernst.

Hans Fähnle. Selbstporträt-Studien o. J. | Ausschnitt | Privatbesitz … Ich werd mich jetzt aber dann wieder mehr auf Porträt verlegen, das hab ich eigentlich immer sehr vernachlässigt… am 12. Februar 1932 aus seinem Hofheimer Atelier an die Eltern

Die menschliche Figur und das Porträt sind in Hans Fähnles Werk von Anfang an vertreten. Und immer wieder überprüft er sich im Selbstbildnis. Bereits im zweiten Jahr an der Stuttgarter Akademie entsteht das selbstbewusste Fleiner Selbstporträt (1923) mit Vater und Mutter im Hintergrund, das ihm so wichtig schien, dass er es sich an die Berliner Akademie nachschicken ließ (Seite 4 im Katalog 2013).

 

Sehr früh sind auch Familienmitglieder, Kinder oder Malerfreunde seine Motive in Malerei und Zeichnung - einzeln, als Paar oder Gruppe. Die Bemerkung in einem Brief von 1932 über seine Vernachlässigung des Porträts klingt daher wenig überzeugend. Vielmehr finden sich Bildnisse in all seinen Werkphasen, oftmals unbeachtet auf Bildrückseiten.

 

Bis in die letzten Monate seines Lebens schildert Hans Fähnle die eigene Person in Selbstbildnissen und dokumentiert schonungslos sein gesundheitliches Befinden und den körperlichen Verfall. Porträts und Selbstporträts illustrieren einerseits verschiedene Stationen von Hans Fähnles Biografie. Andererseits lassen sich an seinen Bildnissen die anhaltende Suche nach künstlerischer Steigerung und die Verdichtung des malerischen Ausdrucks durch verstärkte Abstraktion wunderbar verfolgen.

 

Eine Besonderheit unserer Sommerausstellung 2016 ist die Mitwirkung der Freien Kunstschule Stuttgart (FKS) und ihrer Studierenden. Hinreichender Anlass dafür sind das 70. Jahr ihres Bestehens und die Tatsache, dass Hans Fähnle zu den Schulgründern und Dozenten gehörte. Die Werke von Studierenden der FKS füllen eine Ausstellungswand und zeigen den selbstbewußten Umgang heutiger Künstler mit dem Thema Porträt . Durch den unmittelbaren Sichtbezug im Ausstellungsraum treten diese Bilder in einen spannenden Dialog mit Hans Fähnles Gemälden.

 

 

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Hans Fähnles Palette. Foto Caesar 2009.

Seit Ernst Fähnle das Galeriegebäude 1969 auf dem seeseitigen Hang des elterlichen Grundstücks errichten ließ und es mit dem in Überlingen zusammengetragenen, künstlerischen Nachlass seines Bruders Hans ausstattete, hat sich scheinbar wenig verändert. Das war vor nunmehr vier Jahrzehnten. Doch die Zeit ist nicht spurlos an dem Grundstück, dem Bauwerk und der Sammlung vorübergegangen.

 

„Stell Dir vor, es gibt eine spannende,

qualitätvolle Kunstsammlung

in einem maßgeschneiderten Gehäuse

- und keiner geht hin!“

 

Dieses wenig ermutigende Motto für die Galerie Fähnle gibt noch die Stimmung im Jahr 2009 wieder. Doch schon die zahreichen Kontakte zu interessierten Überlingern, Institutionen und Fachleuten im folgenden Jahr 2010 ließen erkennen, dass der damalige Zustand kein Dauerzustand werden durfte. Es war höchste Zeit, sich des wertvollen künstlerischen Erbes anzunehmen.

 

Inzwischen hat sich Aufbruchstimmung breit gemacht, die jedoch nicht darüber hinweg täuschen kann, dass noch viele unerledigte Aufgaben auf den jungen Förderverein warten. Wie heißt es so treffend: "Es gibt viel zu tun, packen wir es an!" Wir freuen uns daher über Jeden, der unser Tun mit Gedanken und Taten unterstützen möchte, damit die Galerie mit Hans Fähnles Werk eine feste Größe in Überlingens Kulturleben bleibt.

 

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